Salsa-Bericht: 1 Sonntag in Berlin

Was macht man als salsaholic, wenn man 1 Sonntag in Berlin Aufenthalt hat?

Zur Vorbereitung schaut man als Erstes unter einschlägigen Websites nach aktuellen Veranstaltungen (empfehlenswert: http://www.salsa-berlin.de), fragt bei salsa-munich nach den besten Lokalen (Berni: Der Soda Club is supa!) und trifft daraufhin eine Vorauswahl (bei nur 2 Lokalen am Sonntag fiel es nicht schwer, sich erstmal für den besagten Soda Club zu entscheiden, der sehr zentral beim Prenzlauer Berg gelegen ist).

Ankunft Sonntag nachmittag Berlin Tegel: Eines der ersten richtig sonnigen Maitage dieses Jahr…also erstmal in luftige Sommerklamotten geschlüpft und Berlin erkunden…genauer gesagt: Wo geht’s hier zum nächsten Strand? Ach ja, da gibt’s doch den Bundespressestrand, der leicht erreichbar im Stadtkern (Nähe Hauptbahnhof) liegt…! Gemütlich schlendern wir Richtung Pressestrand, als wir schon von weitem eindeutige Salsaklänge hören! Davon stand ja gar nichts auf den websites! Die Überraschung ist groß, als wir inmitten des Bundespressestrands eine Tanzfläche sehen, auf der ca. 10 -15 Paare das Tanzbein schwingen, überwiegend on2. Damit ist schon fast alles gesagt: Der Ort ist definitiv etwas für die „Salsa-Tanzsportler“, hier trifft sich sonntags im Sommer die Mambo-Szene…der Boden scheint okay zu sein, da viele der Frauen ihre Tanzschuhe angezogen haben…auch Spinning ist möglich. Wir schauen entspannt - die frisch gemachte Maibowle genießend – dem Treiben zu…nur wenige Paare tanzen den kubanischen Stil und lassen sich durch den typischen (instrumentellen) on2-sound (ähnlich wie bei Rafael’s Übungsparties, salsabor München) nicht stören. In größeren Abständen wird auch das ein oder andere Mal Bachata aufgelegt. Ich habe den Eindruck, dass sich die meisten Tänzer gut kennen und oftmals als Paare gekommen sind…es gibt auch sehr wenig Leute, die in der Nähe der Tanzfläche stehen und nach Tanzpartnern Ausschau halten…also nicht unbedingt etwas für den salsero, der alleine kommt und spontan tanzen will. Zur Einstimmung auf den späteren Abend ist es aber schon mal klasse – Salsaklänge, Sonne und Sandstrand J

Sonntag abend, 22.30: wir machen uns auf Richtung Prenzlauer Berg, Schönhauser Allee 36. Der Soda Club ist Teil der Kulturbrauerei – ein ca. 25.000 m² großes, schönes Bauensemble mit insgesamt sechs Höfen und über 20 Gebäuden, das mit seiner markanten Architektur zu einem der wenigen gut erhaltenen Industrie-Architekturdenkmälern aus dem Berlin Ende des 19. Jahrhunderts gehört. Im Sommer finden die Salsaparties auf dem Tanzpodest in einem der Innenhöfe (direkt vor dem Soda) statt. Angenehme Überraschung für Münchner: Man muss keinen Eintritt zahlen. Um kurz nach 23 Uhr ist die Party im vollen Gange: Auch hier überwiegt der Typus Salsasportler, aber von der angenehmen (Berliner) Art. Es herrscht eine offene Atmosphäre, fast jeder im Soda Club ist am Tanzen, nur wenige Leute schauen nur zu. „Laufkundschaft“, die sich zufällig hier verirrt, gibt es kaum. Es wird überwiegend LA-Style getanzt, aber auch kubanisch und „freestyle“. Irgendwie erinnert mich das Ganze etwas an die Salsaabende in der Max-Emanuel-Brauerei in München. Der Club ist jedoch fast doppelt so groß und in 2 Räume aufgeteilt, mit jeweils eigener Bar, Tanzfläche und DJ. Da würde man vermuten, dass – ähnlich wie im Havanna Club, Berlin oder im Mojitos, Boston – jeder Bereich einen anderen musikalischen Schwerpunkt setzt und man nach Lust und Laune hin und her wandern kann. Zumindest an diesem Abend ist mir jedoch kaum ein Unterschied aufgefallen, was die Musik anbelangt: Meist altbekannte Mainstream Salsa mit etwas Bachata durchmischt. Trotz der kleinen Gruppe von Kubanern, die sich auf beide Räume verteilten, wartet man vergebens auf aktuelle kubanische Timbamusik. Nunja, der Club selbst kündigt auf seiner webpage „heiße lateinamerikanische und kubanische Rhythmen und Salseros, die dazu tanzen können“ an – von Timba ist somit nicht die Rede und die Beschreibung paßt ganz gut zu dem heutigen Abend. Im Laufe der Nacht wird der kleinere Raum geschlossen und nur die richtigen salsaholics bleiben bis zum Schluß um 2 Uhr (Montag)….wir fahren müde, aber zufrieden zurück zum Hotel und kommen gerne mal wieder ;) .

Von Ru

Fotos:

http://www.berlin.de/orte/club/soda_club/index.php?pos=8&popup

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